Greenkeeping ABC
Mit dem sogenannten Greenkeeping ABC wurde ein Glossar geschaffen, um auch einem nicht Spezialisten die alltäglichen Begrifflichkeiten der Platzpflege verständlich näher zu beschreiben und zu erklären. Vielleicht kommt durch diese Art der Kommunikation ein wenig mehr Verständnis für so manche Art der Spielbeeinträchtigung durch Greenkeeperarbeiten am Platz auf.
Der Greenkeeper
Ein Greenkeeper ist ein Gärtner auf einem Golfplatz. Der Vorgesetzte wird als Head Greenkeeper bezeichnet. Der Headgreenkeeper arbeitet eng mit dem Geschäftsführer bzw. Vorstand des Golfplatzes zusammen. Vertreten sind die Greenkeeper durch den Greenkeeperverband (in Deutschland durch den GvD), sowie dessen Regionalgruppen.
Typische Arbeiten und Aufgaben
Mähen, vertikutieren, aerifizieren, topdressing, nachsäen, düngen, Löcher setzen (Umsetzen der Zielflagge auf dem Grün), Maschinenpflege.
Im Winter liegen häufig Umbaumaßnahmen und winterspezifische Pflegemaßnahmen (z.B. Bunkerkanten schneiden, Umfeldpflege, Wegeneubau, etc.) auf dem Golfplatz an.
Beruf und Ausbildung
Greenkeeper ist kein Ausbildungsberuf in Deutschland. Der Titel kann jedoch durch eine Meisterausbildung erlangt werden. Das Personal stammt aus typischen grünen Berufszweigen: Gärtner (Baumschulgärtner, Landschaftsgärtner, Zierpflanzengärtner, Staudengärtner und Gemüsegärtner), aus der Landwirtschaft, aus dem Forst, aber auch aus artfremden Bereichen wie zum Beispiel dem Kfz-Mechaniker oder Kfz-Schlosser (oder Landmaschinentechniker). Diese Berufsgruppe wird häufig weitergeschult zum Greenkeeper, um die Maschinenpflege auf einem Golfplatz zu garantieren.
Das Personal erhält oftmals eine weitergehende Schulung im Greenkeeping durch den Greenkeeperverband oder eine von diesen beauftragten Schulen (in Deutschland Deula Rheinland oder Freising). Dieser dauert drei Jahre. Der Abschluss wird durch eine Prüfung erreicht. Diese ist mit dem Meisterabschluss im Handwerk vergleichbar. In den USA kann man auch mit dreijähriger Studiendauer Greenkeeping studieren.
Begriffsdefinition
Mähen
Unter Mähen versteht man das Abschneiden von Gras oder Getreide. Viele Grasflächen bzw. extensive Wiesen werden nur einmal im Jahr gemäht, beispielsweise nach dem Aussamen der Gräser. Golfgrüns werden bis zu 100 mal pro Jahr, d.h. im Sommer täglich, geschnitten.
Vertikutieren
Unter Vertikutieren versteht man das Anritzen der Grasnarbe einer Rasenfläche, um Mulch (altes Schnittgut) und Moos zu entfernen und die Belüftung des Bodens zu fördern. Der ursprünglich englische Ausdruck ist aus den Wörtern vertical and to cut zusammengesetzt.
Ein Vertikutiergang ist im Frühjahr zwischen Mitte April und Anfang Mai zu empfehlen, da der Rasen nach dieser Zeit regenerationsfähig ist. Nach dem Vertikutieren ist meist eine Düngung zu empfehlen. Bei lückiger Grasnarbe ist gegebenenfalls eine Nachsaat sinnvoll.
Das zugehörige Gartengerät ist der Vertikutierer. Er schneidet mit einem rotierenden Federstahlmesser oder Federn senkrecht in den Boden. Das Vertikutiergut (Moos, abgestorbene Gräser, etc) wird hinter dem Gerät abgelegt oder im Fangsack aufgesammelt. Angetrieben wird die Welle in der Regel von einem Elektromotor bei größeren Modellen mit einem Benzinmotor. Die Schnitttiefe kann entweder über die Höhe des Rades oder die Veränderung der Messerwelle eingestellt werden. Eine Tiefe von 2 mm ist zu empfehlen. Das ist ausreichend, um die Filzschicht zu entfernen, ohne dabei dem Rasen zu schaden.
Aerifizieren
Unter Aerifizieren versteht man die Belüftung einer Rasenfläche. Mittels einer Maschine werden 5 bis 9 cm tiefe und 2 cm dicke Löcher in die Rasenfläche gestochen und diese nachträglich wieder mit Sand verfüllt. Die Stachel, mit denen die Löcher erzeugt werden, können hohl (Spoons) oder massiv sein. Durch den auch Stacheln genannten Vorgang wird die Rasenverdichtung aufgebrochen, es erfolgt ein Gasaustausch, somit wird das Bodenleben der äroben Bakterien und das Rasenwachstum gefördert.
Im Anschluss an das Aerifizieren wird eine Nachsaat und eine Düngung durchgeführt. Auf Golfgrüns wird die Gesamtfläche nach dem Aerifizieren nachgesandet und eingeebnet (abgeschleppt), siehe Topdressing. Ein verwandter Arbeitsgang ist das Vertikutieren. Aerifizieren wird meist vor einem saisonalen Wachstumsschub des Rasens durchgeführt, also Anfang Mai oder Mitte August. Je nach Boden- und Klimaverhältnissen kann dieses auch variieren, so dass Flächen öfter aerifiziert werden.
Bei der Verwendung von kleinen Spoons wird ein Besandungsgang nicht unbedingt durchgeführt (z. B. um eine nasse Stelle zu belüften).
Topdressing
Unter Topdressing bezeichnet man das Einebnen einer Rasenfläche mit Sand. Dieser Arbeitsgang wird häufig auf Golfgrüns nach dem Aerifizieren durchgeführt. Nach dem Abkehren des Bodenaushubs werden die Ärifizierungslöcher mit Sand gefüllt und die vorhandenen Bodenunebenheiten mit Sand geglättet. Als Topdressingmaterial sollte der gleiche Sand wie in der Rasentragschicht verwendet werden. Nach einem Topdressinggang wird die behandelte Fläche nachgesät.
Topdressingsand wird im trockenem Zustand eingebaut. Der Sand muss unkrautfrei sein. Daher wird er nach Möglichkeit in einer Halle zwischengelagert, um ihn vor Regen und Unkrauteintrag zu schützen.
